Dingsli

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Matter sollte alles einfacher machen. Jetzt brauche ich vielleicht eine neue Alexa.

Über einen Echo Show 8 der zweiten Generation, einen HomePod mini, Matter, Thread und die Frage, warum jedes Gerät genau das besser kann, was dem anderen fehlt.

Mein Echo Show 8 der zweiten Generation steht in der Küche auf der Fensterbank, direkt neben einem meiner Ficus benjamina. Von dort aus hat er einen erstaunlich guten Überblick über die Wohnung. Wenn ich unterwegs bin und nicht mehr weiß, ob ich das Licht ausgeschaltet habe, öffne ich die Kamera. Ich sehe einen Teil der Küche, die Tür zum Bad, den Flur, die Tür zum nächsten Zimmer und sogar noch ein Fenster dahinter. Meistens macht Alexa aber etwas viel Einfacheres: Sie spielt Radio.

Eigentlich fast den ganzen Tag. Manchmal stellt sie beim Kochen einen Timer, manchmal weckt sie mich morgens. Um 5:50 Uhr kann das Radio bereits laufen, und wenn ich später in die Küche komme, reicht meistens ein Satz.

„Alexa, spiel bitte TOK FM.“

Oder:

„Alexa, spiele SWR Aktuell auf TuneIn.“

Wenn sie mich verstanden hat, spielt sie einfach. Genau das mag ich an ihr. Wenn sie mich nicht verstanden hat, wird es interessanter. Alexa erklärt mir dann, dass sie mir dabei nicht helfen könne. Manchmal wird daraus gleich eine Gelegenheit, mir Amazon Music Unlimited näherzubringen. Kurz darauf liegt manchmal schon eine passende Mail von Amazon im Postfach.

Immerhin ist sie konsequent. Ich wiederhole den Namen der Station, ergänze „auf TuneIn“, und meistens ist die Verkaufsveranstaltung damit beendet. Das Radio läuft. Auch wenn ich nach Hause komme, sage ich oft nur:

„Alexa, spiel weiter.“

Und sie spielt weiter. Das klingt nach keiner besonders spektakulären Funktion.

Ein Knopf ohne Missverständnisse

Mit meinem HomePod mini ist das anders. Er steht mitten auf einem KALLAX-Regal im Essbereich der Küche. Ich höre darauf Musik. Vor allem aber kümmert er sich um Automationen und ist Teil meines Smart Homes. Das funktioniert inzwischen so zuverlässig, dass ich darüber kaum noch nachdenke. Er misst die Temperatur, und die Home-App weiß inzwischen ziemlich genau, was in meiner Wohnung zu bestimmten Zeiten passieren soll.

Wenn ich nach Sonnenuntergang nach Hause komme, geht Licht an. Wenn ich noch arbeite und es Mitternacht wird, gehen die Lichter aus. Beim Fernsehen kann eine andere Lichtstimmung aktiviert werden. Das alles funktioniert ziemlich elegant. Nur bei einer meiner banalsten Gewohnheiten vermisse ich Alexa: beim Radio.

Die neuen BILRESA-Fernbedienungen von IKEA klangen zunächst fast altmodisch. Schließlich soll man heute mit seinem Haus sprechen. Ich möchte aber nicht immer mit meinem Haus sprechen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich so über sie gefreut habe. Für jede der beiden Tasten gibt es drei Möglichkeiten: einmal drücken, zweimal drücken oder lange drücken. Damit komme ich auf sechs verschiedene Aktionen.

Siri hat ihre Momente. Alexa ebenfalls. Manchmal versteht die eine nicht, was ich will, manchmal versteht es die andere und möchte mir anschließend etwas verkaufen.

Ein Knopf diskutiert nicht.

Deshalb liegt inzwischen einer dieser IKEA-Knöpfe beim Fernseher. Ein anderer liegt auf meinem Schreibtisch neben dem Monitor. Ein dritter hängt magnetisch in der Küche. Ich kann sie genau dort haben, wo ich sie gerade brauche. Je nachdem, wie ich drücke, passiert etwas anderes. Das Licht macht genau das, was ich wollte.

Kein zweiter Versuch. Kein etwas deutlicher ausgesprochenes Kommando. Kein Amazon Music Unlimited.

Matter ist Matter. Außer wenn es Thread ist.

Als IKEA begann, solche kleinen Geräte mit Matter anzubieten, wollte ich sie sofort ausprobieren. Genau so hatte ich mir Matter schließlich vorgestellt: Ich kaufe ein Gerät, auf der Verpackung steht ein gemeinsamer Standard, und ich muss nicht zuerst herausfinden, welche App, welches Konto und welche Cloud diesmal noch zwischen mir und meiner Lampe stehen.

Eigentlich wollte ich den HomePod mini ins Büro stellen. Dafür hätte Alexa in der Küche die BILRESA-Schalter übernehmen müssen, damit dort alles weiter funktioniert wie bisher. Mein Echo Show 8 kann schließlich Matter. Das wusste ich. Nur stellte sich beim BILRESA heraus, dass dieser Satz nicht genügt.

Mein Echo Show 8 der zweiten Generation kann als Matter-Controller arbeiten. Der kleine IKEA-Knopf funkt aber über Matter over Thread. Dafür braucht das Zuhause zusätzlich einen Thread Border Router. Und genau den hat mein Echo Show 8 nicht. Neuere Echo-Modelle können das. Mein HomePod mini kann es ebenfalls.

Also blieb der HomePod mini in der Küche. Matter hatte sein Versprechen damit nicht unbedingt gebrochen. Technisch war wahrscheinlich alles völlig korrekt. Ich hatte nur naiverweise angenommen, dass „Matter“ irgendwann bedeuten würde, dass ich Wörter wie „Thread Border Router“ nicht kennen muss.

Jetzt kenne ich sie.

Fast die richtige Alexa

Seitdem ist die Aufgabenverteilung in meiner Wohnung etwas merkwürdig. Der HomePod mini ist inzwischen der bessere Kopf meines Smart Homes. Er verbindet Geräte, ermöglicht Automationen und gibt mir mit der Home-App eine Oberfläche, in der ich tatsächlich gern Dinge einstelle. Zusammen mit dem iPhone, Kurzbefehlen und Thread entsteht daraus ein System, mit dem sich erstaunlich viel machen lässt.

Dabei ist mir erst aufgefallen, wie unterschiedlich präsent diese beiden Geräte in meinem Alltag sind. Alexa höre ich fast den ganzen Tag, weil meistens irgendwo Radio läuft. Ich spreche nur kurz mit ihr: ein Sender, ein Timer, vielleicht das Wetter. Der HomePod dagegen bleibt fast unsichtbar, weil er im Hintergrund arbeitet. Erst als ich ihn ins Büro stellen wollte, merkte ich, dass ausgerechnet dieses unauffällige Gerät längst an die Wohnung gebunden ist. Die Alexa, die ständig zu hören ist, könnte ich leichter ersetzen als den HomePod, an den ich im Alltag kaum denke.

Trotzdem würde ich meinen Echo Show 8 im Alltag nur ungern missen. Radio, Timer, Wecker, Kamera: Das sind keine Funktionen, über die ich lange nachdenke. Ich benutze sie einfach.

Gerade deshalb wäre eine Alexa mit integriertem Thread Border Router für mich so verlockend. Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, einen neueren Echo zu kaufen. Dann sehe ich auf meinen HomePod mini. Apple hat die Home-App, Automationen, Thread und Kurzbefehle. Vieles davon möchte ich nicht wieder aufgeben.

Eigentlich müsste Apple gar keinen spektakulären neuen HomePod erfinden. Es würde mir schon helfen, wenn der bestehende weniger verschlossen wäre und etwas so Banales wie meine Radiostationen genauso selbstverständlich behandeln würde wie Alexa. Dann könnte vielleicht eines der beiden Geräte irgendwann das andere ersetzen.

Bis dahin stehen sie beide hier.

Der HomePod kümmert sich um das intelligente Zuhause.

Und Alexa spielt SWR Aktuell.

Meistens sogar ohne mir vorher etwas zu verkaufen.

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