Dingsli

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aaaaaaaaaaaaaaaa

Über die Logitech Keys-to-Go 2, endlose Buchstaben und zwei Knopfzellen.

aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Ich hatte den Finger längst von der Taste genommen. Trotzdem schrieb die Tastatur weiter. Manchmal war es ein a, manchmal ein h oder ein m. Mitten beim Schreiben verhielt sie sich plötzlich so, als würde ich eine Taste gedrückt halten.

Ich drückte Esc, wechselte mit einer der Easy-Switch-Tasten kurz auf ein anderes Gerät und wieder zurück. Danach funktionierte alles wieder normal. Zumindest eine Weile. Die Tastatur war damals erst ein paar Monate alt. Eine Logitech Keys-to-Go 2, grau, sehr dünn und fast immer in meinem Rucksack. Wenn ich nicht an meinem Schreibtisch arbeite, ist sie mein wichtigstes Werkzeug zum Schreiben.

Davor hatte ich lange eine Logitech K380. Erst eine blaue, später eine graue. Ich mochte sie sehr, aber die Keys-to-Go 2 war für mich schnell die bessere Tastatur für unterwegs. Sie ist kleiner und flacher und verschwindet problemlos zwischen Laptop und Papier im Rucksack.

Dazu kommt die Abdeckung. Sie schützt die Tasten unterwegs und klappt beim Schreiben komplett unter die Tastatur. Magnete halten alles an seinem Platz, nichts muss abgenommen oder irgendwo hingelegt werden. Das funktioniert so selbstverständlich, dass man nach dem Aufklappen kaum noch darüber nachdenkt.

Auch das Schreiben selbst gefällt mir. Der Tastenhub ist kurz, aber nicht unangenehm kurz. Für eine so dünne Tastatur fühlt sie sich erstaunlich normal an. Eigentlich fehlte mir nichts.

Bis sie anfing, selbst zu schreiben.

Was stimmt hier nicht?

Am Anfang passierte es nur selten. Ein langer Buchstabe mitten in einem Satz, kurz das Gerät wechseln, weiterarbeiten. Dann kam es häufiger. Manchmal verband sich die Tastatur nicht sofort, manchmal blieb wieder irgendein Buchstabe hängen. Dann stand mitten im Text plötzlich so etwas:

hhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

Als die Aussetzer häufiger wurden, begann ich nach der Ursache zu suchen. Ich löschte die Bluetooth-Verbindung, koppelte die Tastatur neu, suchte nach Updates und schaltete sie immer wieder aus und ein. Dabei fiel mir auch die Batterieanzeige auf. Unter Windows und ChromeOS wurde ein Batteriestand angezeigt, nur sprang der Wert erstaunlich stark. Einmal waren es 100 Prozent, später 70, ein anderes Mal 60. Ich wusste nicht, ob die Batterien tatsächlich so voll waren oder ob die Anzeige selbst nicht stimmte.

Die Keys-to-Go 2 half bei der Einordnung kaum weiter. Beim Einschalten leuchtet eine kleine LED kurz grün. Mehr half sie mir damals nicht. Meine Erklärung wurde deshalb irgendwann einfacher: vermutlich ein Montagsgerät. Die Tastatur gefiel mir immer noch. Nur konnte ich damit immer weniger zuverlässig arbeiten.

Ich möchte sie umtauschen

An einem Tag im Büro passierte es so oft, dass ich meine Arbeit unterbrach und Amazon anrief. Ich wollte die Tastatur umtauschen. Das war ärgerlich, weil ich eigentlich keine andere wollte. Ich mochte genau diese Tastatur. Aber ein Schreibgerät, bei dem man mitten im Satz damit rechnen muss, dass aus einem a plötzlich zwanzig werden, hat einen gewissen Nachteil.

Amazon verwies mich zunächst an Logitech. Wenn sich das Problem dort nicht lösen ließe, könne ich mich wieder melden. Also Logitech. Wir gingen einige Schritte durch und setzten die Tastatur unter anderem zurück. Dafür gibt es eine Tastenkombination mit Esc, O und B, nach der die Easy-Switch-Tasten blinken und die gespeicherten Bluetooth-Verbindungen gelöscht sind.

Danach koppelte ich die Geräte neu. Das Problem blieb. Der Support interessierte sich allerdings ziemlich schnell für etwas anderes: die Batterien. Ich sollte sie austauschen. Zwei CR2032. Das klang nach einer angenehm einfachen Lösung.

Zwei Batterien

Nach der Arbeit fuhr ich nach Hause und sah zuerst in der Schublade nach, in der ich Ersatzbatterien aufbewahre. Knopfzellen waren da, sogar CR2025, wie ich sie für meinen Autoschlüssel brauche. Sie sehen fast genauso aus, sind für die Tastatur aber zu dünn. Die Keys-to-Go 2 braucht zwei CR2032. Die waren natürlich keine dabei. Also ging ich noch einmal los und besorgte zwei.

Mit den neuen Batterien vor mir hätte die Sache eigentlich erledigt sein können. Bei meiner alten K380 wäre sie das vermutlich auch gewesen. Dann sah ich die beiden Torx-Schrauben.

Für einen Batteriewechsel braucht man bei der Keys-to-Go 2 erst einmal einen Torx T5. Vermutlich liegt so ein Torx-Schraubendreher bei allen anderen direkt neben den Ersatzbatterien. Bei mir jedenfalls nicht. Also suchte ich auch den. Irgendwo hatte ich tatsächlich das passende Werkzeug. Als ich es gefunden hatte, löste ich die beiden Schrauben und dachte, jetzt müsse ich nur noch die kleine Batterieschublade herausziehen.

So einfach war auch das nicht. Die Schrauben bleiben dabei in der Schublade und werden nicht vollständig herausgedreht. Die Schublade selbst ließ sich trotzdem nicht so einfach aus dem Gehäuse ziehen, wie ich erwartet hatte. Erst jetzt begann ich nachzusehen, wie der Batteriewechsel bei der Keys-to-Go 2 eigentlich funktioniert. Mit demselben Torx T5 setzt man in der kleinen Öffnung der Batterieschublade an und zieht sie heraus. Zwei Knopfzellen, zwei Torx-Schrauben, eine kleine herausziehbare Schublade und eine Anleitung aus dem Internet. Dabei wollte ich eigentlich nur herausfinden, warum meine Tastatur manchmal aaaaaaaaaaaaaaaa schrieb.

Der Batteriewechsel

Als die Schublade schließlich draußen war, setzte ich die beiden neuen CR2032 ein, schob die Schublade wieder zurück und zog die Torx-Schrauben fest. Dann schaltete ich die Tastatur ein und begann zu schreiben.

Der Fehler war weg.

Keine endlosen Buchstaben mehr, keine Aussetzer, keine Probleme mit der Verbindung. Die Tastatur, die ich wenige Stunden zuvor noch umtauschen wollte, funktionierte wieder genauso wie am Anfang.

Seitdem ist Ruhe. Fast ein Jahr später arbeitet sie immer noch ohne diese Probleme und liegt weiterhin in meinem Rucksack. Sie ist wieder meine Lieblingstastatur für unterwegs. Ich würde sie auch wieder kaufen.

Die Batterieanzeige hatte mir nicht geholfen zu erkennen, was mit der Tastatur los war. Und wenn die Batterien tatsächlich gewechselt werden müssen, braucht man dafür erst einmal das richtige Werkzeug. Alles andere an der Keys-to-Go 2 wirkt auf mich erstaunlich gut durchdacht. Selbst die Abdeckung verschwindet dank der Magnete beim Schreiben genau dort, wo sie nicht stört.

Wenn die Tastatur irgendwann wieder anfängt, ohne mich weiterzuschreiben, werde ich deshalb nicht zuerst nach einem neuen Modell suchen.

Ich suche den Torx.

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